Eine erwachsene Person liest einem Kind aus dem Bilderbuch "Ritter Rost" vor.

Erfolgsmodell ergänzende Kinderbetreuung

In Essen wurde aus einem Projekt ein Regelangebot für alleinerziehende Eltern

Berufstätigkeit und Familie miteinander zu vereinbaren, ist für Eltern eine große Herausforderung. Für Alleinerziehende ein Spagat, der kaum zu schaffen ist. Noch schwieriger wird es, wenn die Arbeit im Schichtdienst erfolgt – außerhalb der Öffnungszeiten von Kita und Schule. Mit dem Modellprojekt „Sonne, Mond & Sterne“ hat der Verband alleinerziehender Mütter und Väter Landesverband NRW (VAMV NRW), Mitgliedsorganisation des Paritätischen NRW, gemeinsam mit der Stadt Essen vier Jahre lang erprobt, ob eine ergänzende Kinderbetreuung diese Betreuungslücken schließt. Die Ergebnisse haben gezeigt: Eine ergänzende Kinderbetreuung hilft Familien dabei, ihre finanzielle Unabhängigkeit nachhaltig zu stärken. Deshalb wurde in Essen aus dem Projekt ein Regelangebot.

Am Kind orientiert

Die ergänzende Kinderbetreuung ist ein zusätzliches Angebot zu Kita, offener Ganztagsschule oder der Ganztagsbetreuung an weiterführenden Schulen. Sie ist an den Bedürfnissen des Kindes orientiert: Qualifizierte Betreuer*innen, so genannte Kinderfeen und Kobolde, kommen früh morgens, spät nachmittags, abends, nachts, an Wochenenden oder Feiertagen zu den Familien nach Hause und kümmern sich dort um die Kinder. Das ermöglicht entspannte Tagesabläufe auch bei ungewöhnlichen Arbeitszeiten und vermeidet Zumutungen für das Kind, wie zum Beispiel extrem frühes Aufstehen.

Auch außerhalb der Kita- und Schulzeiten arbeiten können

Die ergänzende Kinderbetreuung richtet sich in Essen hauptsächlich an Eltern im SGB II-Bezug oder bei drohendem SGB II-Bezug mit Kindern im Alter zwischen 3 und 14 Jahren. Das Zusatzangebot ermöglicht den Eltern, eine Ausbildung zu machen, an einer arbeitsmarktorientierten Maßnahme teilzunehmen oder problemlos und verlässlich ihrer Arbeit nachzugehen. Viele Eltern, die das Angebot bisher in Anspruch genommen haben, konnten im Gesundheitswesen Fuß fassen – in Zeiten des Fachkräftemangels ein zusätzlicher Gewinn.

VAMV schult, vermittelt, unterstützt

Der VAMV NRW schult die Betreuer*innen und vermittelt passgenaue Lösungen. Für die Eltern besteht wenig Organisationsaufwand. Darüber hinaus unterstützt der VAMV NRW sie bei der Suche nach andere Möglichkeiten, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern. Das können zum Beispiele Gespräche mit dem Arbeitgeber über familienfreundlichere Arbeitszeiten sein.