Gruppenbild mit den Preisträger*innen des Initiativenpreis 2019. Die abgebildeten Personen halten Blumensträuße, Urkungen und Preisgeldschecks in ihren Händen.

Initiativenpreis 2019 verliehen

Das Paritätische Jugendwerk NRW zeichnet drei Vereine aus dem Bereich Kinder- und Jugendarbeit aus

Unter dem Titel „Verschieden sein – verschieden denken – gemeinsam handeln“ prämierte das Paritätische Jugendwerk NRW (PJW) in diesem Jahr drei Initiativen, in denen Kinder und Jugendliche trotz aller Verschiedenheiten und Unterschiede zusammenhalten und gemeinsam handeln. Darüber hinaus erhielten zwei Vereine lobende Erwähnungen.

Den ersten Preis (2 .000 Euro) erhielt der Verein Heimatsucher für das Projekt „Zweitzeug*innen“. Heimatsucher baut persönliche Kontakte zu Holocaust-Überlebenden auf, dokumentiert die Geschichte dieser Zeitzeug*innen und trägt ihre Geschichte als sogenannte „Zweitzeug*innen“ an junge Menschen ab zehn Jahren weiter. Die persönlichen Erlebnisse wecken bei den Kindern und Jugendlichen Empathie für die historischen Auswirkungen von Rassismus und Antisemitismus − eine wesentliche Voraussetzung für eine menschliche Gesellschaft. 

Mit dem zweiten Preis (1. 000 Euro) ausgezeichnet wurde der Kölner Vereins anyway für sein Peer-to-Peer-Projekt „WIR* – Wissen ist Respekt“. Hier bieten junge LSBT*-Menschen unter anderem interaktive Workshops im Themenfeld „sexuelle und geschlechtliche Vielfalt“ an. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der persönliche Kontakt zwischen Jugendlichen und Multiplikator*innen, der zum Abbau von Vorurteilen und zu einer offenen und für Vielfalt empfänglichen Atmosphäre beiträgt. Hervorzuheben ist auch, dass sich LSBT*-Menschen offensiv in gesellschaftliche Prozesse einbringen.

Der dritte Preis (500 Euro) ging an den Wuppertaler Verein Behindert – na und? für das Projekt „100 % Wir – Gemeinsam was erleben“. Im Projekt konnten Kinder und Jugendliche mit und ohne Einschränkung und aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten in einer Gruppe drei Jahre lang ihre Freizeit zusammen gestalten. Der Zusammenhalt in der inklusiven Gruppe wurde durch die gemeinsam verbrachte Zeit und die partizipativen Ansätze – beispielsweise die Gründung eines Kinderrates – gestärkt.

Lobende Erwähnungen erhielten der Verein Rosa Strippe aus Bochum für das Projekt „Senlima“ – Offener Treff für LGBTIQ*-Jugendliche und junge Erwachsene mit Fluchterfahrung bzw. Migrationshintergrund sowie der Verein Interkulturelle Projekthelden für das Projekt „Neuss To Go“.

Der Initiativenpreis

Das Paritätische Jugendwerk NRW (PJW) vergibt den Preis seit 1995 alle zwei Jahre und zu immer wechselnden Themen. Bewerben konnten sich Initiativen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in NRW. Der Initiativenpreis wird seit seiner ersten Verleihung im Jahr 1995 durch das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration (MKFFI) unterstützt. Verliehen wird er stets am Ort der Initiative, die den ersten Preis gewonnen hat.

Die Jury

Die Jury besteht aus unabhängigen Fachkräften, die der Kinder-, Jugend- und Kulturarbeit verbunden sind:

  • Ali Can, Sozialaktivist, Hotline für besorgte Bürger, VielRespektZentrum Essen
  • Marie-Christin Trawny, Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW
  • Dr. Volker Bandelow, Vorsitzender Paritätisches Jugendwerk NRW
  • Petra Supplie, Handwerkerinnenhaus Köln e.V., Preisträgerin 2017
  • Dr. Julia von der Gathen-Huy, Technische Universität Dortmund, Forschungsverbund DJI / TU Dortmund

 

Das Paritätische Jugendwerk NRW

Das Paritätische Jugendwerk NRW ist mit seinen 293 Mitgliedsorganisationen Heimat von Initiativgruppen aus der Kinder- und Jugendarbeit. Das PJW mischt sich durch Stellungnahmen in jugendpolitische Debatten ein und beteiligt sich an Modellprojekten, um innovative Ansätze in der Kinder- und Jugendarbeit zu fördern.